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WIENER SCHULE DER MUSIKTHERAPIE

Seit den Anfängen der Musiktherapie in Wien, die sich auf das Jahr 1957 rückdatieren lassen, begegnet dem historisch interessierten Leser der Begriff „Wiener Schule der Musiktherapie“ in Artikeln, Briefen, offiziellen Schreiben usw.
Diente dieser Begriff in den 60er Jahren mehr einer Vermarktung der „Wiener Musiktherapie“ unter einem öffentlichkeitswirksamen Namen, so gewinnt er ab den 70er Jahren an schulenspezifischer Bedeutung. 

Mit Alfred Schmölz und Stella Mayr erweiterte sich die bis dato innerhalb der Pioniergeneration überwiegend pädagogische, übungszentrierte und direktive musiktherapeutische Arbeitsweise um psychodynamische Inhalte, die das musiktherapeutische Beziehungsgeschehen in den Vordergrund der Theoriebildung stellten. Es entwickelten sich Techniken wie die freie Improvisation, das Partnerspiel und die Einstimmung. Die Lehrenden der Zweiten Generation traten in die musiktherapeutischen Fußstapfen von Schmölz und Mayr, durchliefen zusätzlich eine Psychotherapieausbildung, wodurch das Nahverhältnis der Musiktherapie zur Psychotherapie auf theoriebildender Ebene immer deutlicher wurde. Dieser Identifikationsprozess im Übergang von der Ersten zur Zweiten Generation der „Wiener Musiktherapie“, kennzeichnet den Beginn einer „Wiener Schule der Musiktherapie“, verstanden als kollektive Identität, die sich auf eine gemeinsame Theoriebildung beruft. 

Heutzutage bemüht sich das Wiener Institut für Musiktherapie darum, das Verständnis psychotherapienaher Musiktherapie im Sinne einer Wiener Schule der Musiktherapie weiterzuentwickeln und weiterzugeben.

weiterführende Literaturempfehlung:

Mössler K. (2008). Wiener Schule der Musiktherapie. Von den Pionieren zur Dritten Generation (1957 bis heute) Wiener Beiträge zur Musiktherapie, Band 8. Wien: Edition Praesens.                            mehr