Wiener Institut für Musiktherapie

Das Wiener Institut für Musiktherapie wurde 1997 von Dr. Elena Fitzthum, Dr. Dorothea Oberegelsbacher und Dr. Dorothee Storz als Vereinsinstitut gegründet. 

Bereits seit 1959 dient die heutige Universität für Musik und darstellende Kunst kontinuierlich als Ausbildungsstätte für zukünftige MusiktherapeutInnen. Darüber hinaus existiert seit 1984 der Österreichische Berufsverband für MusiktherapeutInnen (ÖBM)

Die Idee, die zur Gründung des WIM führte, trug dieser Situation Rechnung und wollte bewusst eine "dritte Kraft" der Wiener Schule der Musiktherapie in Österreich etablieren. Hierbei dienten folgende Ziele als Leitgedanken, um eine Lücke zwischen Universität und Berufsverband zu füllen: das Angebot musiktherapeutischer Fort- und Weiterbildung, die Integration der Musiktherapie in die Psychotherapie, die Förderung und Weiterentwicklung der Musiktherapie der Wiener Schule sowie die Förderung von Musiktherapie als autonomem Gesundheitsberuf.

 

Mittlerweile hat sich die Situation der Musiktherapie in Österreich verändert und weiterentwickelt. 2009 trat das Berufsgesetz Musiktherapie in Kraft, und auch die Ausbildungslandschaft wurde um die Studiengänge in Krems und Graz erweitert. 

In den vergangenen Jahren lag der Schwerpunkt des WIM auf der Herausgabe der seit 1997 erscheinenden Buchreihe "Wiener Beiträge zur Musiktherapie" sowie auf den Fortbildungsreihen Jour fixe, Update und Werkstatt.

Zur Geschichte der Wiener Schule der Musiktherapie

Seit den Anfängen der Musiktherapie in Wien, die sich auf das Jahr 1957 rückdatieren lassen, begegnet dem historisch interessierten Leser der Begriff „Wiener Schule der Musiktherapie“ in Artikeln, Briefen, offiziellen Schreiben usw.

Diente dieser Begriff in den 60er Jahren mehr einer Vermarktung der „Wiener Musiktherapie“ unter einem öffentlichkeitswirksamen Namen, so gewinnt er ab den 70er Jahren an schulenspezifischer Bedeutung. 

Mit Alfred Schmölz und Stella Mayr erweiterte sich die bis dato innerhalb der Pioniergeneration überwiegend pädagogische, übungszentrierte und direktive musiktherapeutische Arbeitsweise um psychodynamische Inhalte, die das musiktherapeutische Beziehungsgeschehen in den Vordergrund der Theoriebildung stellten. Es entwickelten sich Techniken wie die freie Improvisation, das Partnerspiel und die Einstimmung. Die Lehrenden der Zweiten Generation traten in die musiktherapeutischen Fußstapfen von Schmölz und Mayr, durchliefen zusätzlich eine Psychotherapieausbildung, wodurch das Nahverhältnis der Musiktherapie zur Psychotherapie auf theoriebildender Ebene immer deutlicher wurde. Dieser Identifikationsprozess im Übergang von der Ersten zur Zweiten Generation der „Wiener Musiktherapie“, kennzeichnet den Beginn einer „Wiener Schule der Musiktherapie“, verstanden als kollektive Identität, die sich auf eine gemeinsame Theoriebildung beruft. 

Heutzutage bemüht sich das Wiener Institut für Musiktherapie darum, das Verständnis psychotherapienaher Musiktherapie im Sinne einer Wiener Schule der Musiktherapie weiterzuentwickeln und weiterzugeben.

 

weiterführende Literaturempfehlung: 

Mössler K. (2008). Wiener Schule der Musiktherapie. Von den Pionieren zur Dritten Generation (1957 bis heute) Wiener Beiträge zur Musiktherapie, Band 8. Wien: Edition Praesens.   

Wiener Institut für Musiktherapie

Praterstraße 30/1/7, A-1020 Wien

office@wim-musiktherapie.at